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Kann der Hand in Hand-Ansatz komplexe Traumata heilen?

Der "Hand in Hand"-Ansatz gibt Eltern Tools an die Hand, die helfen, zu verstehen, was wir als "emotionale Dysregulation" bezeichnen. Anders beschrieben, ist es die Art und Weise, wie Menschen auf schwierige Erfahrungen reagieren und versuchen, von diesen schwierigen Erfahrungen wieder zu genesen", sagt Maya Coleman, eine klinische Kinderpsychologin.

Hier die Anfrage einer Kindertherapeutin an Hand in Hand:
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Liebes Hand in Hand Parenting Team,


"ich arbeite als Therapeutin mit Familien und verwende die Tools von Hand in Hand. Es ist wunderbar zu sehen, wie schnell Eltern und Kinder durch die Wirkung des Spiels und des Lachens eine positive Verbindung aufbauen. Was ist jedoch mit Kindern, die ein tiefgreifendes Trauma erlitten haben? Muss ich die Tools und die Art und Weise, wie ich mit Eltern und Kindern arbeite, in Bezug darauf, was sie in Verbindung mit ihrem Trauma zum Ausdruck bringen, anpassen oder verändern? "  Kindertherapeutin, Sydney, Australien


Vielen Dank, dass Sie sich gemeldet haben. Wir freuen uns, dass Sie in Ihrer Praxis positive Ergebnisse mit dem Ansatz von Hand in Hand Parenting erzielt haben.


Hand in Hand ist ein trauma-informierter Ansatz, der ein tiefes Verständnis darüber beinhaltet, was Menschen als Resultat eines Traumas erleben und welche Heilungsmechanismen sie nutzen. Der Ansatz vermittelt Konzepte, für die Stabilisierung und die Wiederherstellung als auch die Stärkung von Beziehungen. Die Hand in Hand Tools können in diesem Zusammenhang auf viele verschiedenen Arten und Weisen angewendet werden.
Besonders Tools wie Playlistening und Staylistening, die die emotionale Entlastung unterstützen, können je nach Bedarf eingesetzt werden. Oft wird der Klient Ihnen Anhaltspunkte geben, die bei der Entscheidung helfen, welches Tool zu dem jeweiligen Zeitpunkt am nützlichsten wäre.

Beide Tools können bei der Bewältigung von Problematiken helfen, die durch ein Trauma ausgelöst wurden. Jedes einzelne der Hand in Hand-Tools verstärkt das andere und sie sind dazu gedacht, in Kombination eingesetzt zu werden. Auf diese Weise werden die besten Ergebnisse erzielt.


"Die Listening Tools können so angepasst werden, dass die Eltern eine Schlüsselrolle dabei spielen können, ihrem Kind zu helfen, sich von einem komplexen Trauma zu erholen. In der Regel ist es gut, weitere Familienmitglieder und die Mitglieder des therapeutischen Teams des Kindes zur Unterstützung heranzuziehen", sagt Patty Wipfler, die Gründerin von Hand in Hand.

 

Der Ansatz zeichnet sich dadurch aus, dass er den Eltern hilft, die Folgen des Traumas, wie zum Beispiel mögliche herausfordernden Verhaltensweisen der Kinder zu verstehen; aus dem Trauma resultierende Aggressionen oder tiefe Verzweiflung/Wut und Rückzug. Verhaltensweisen, die bei Kindern nach einem Trauma oft zu beobachten sind. Solche Verhaltensweisen können Eltern beunruhigen und in ihnen selbst wiederum tiefe Gefühle auslösen. Erhalten beide Seiten auf diese Weise die nötige Unterstützung, kann dies sehr positive Auswirkungen haben. Eltern, die in der Lage sind, ihr Kind mit Hilfe der Tools zu unterstützen, können ihm auch bei der Heilung helfen.  "Wenn man einem Elternteil die Tür öffnet, gelingt es dem Kind ebenfalls hindurchzugehen", sagt Patty Wipfler.


Der Hand in Hand-Ansatz gibt Eltern Tools an die Hand, die helfen, zu verstehen, was wir als "emotionale Dysregulation" bezeichnen. Anders beschrieben, ist es die Art und Weise, wie Menschen auf schwierige Erfahrungen reagieren und versuchen, von diesen schwierigen Erfahrungen wieder zu genesen", sagt Maya Coleman, eine klinische Kinderpsychologin, die die Hand in Hand Tools häufig bei Familien einsetzt, die Traumata erlitten haben. „Wenn Eltern ein Verständnis für das Verhalten ihrer Kinder entwickeln und wissen, warum es geschieht, ist es ihnen möglich den emotionalen Entlastungsprozess und den anschließenden Heilungsprozess zu unterstützen.“


Die Listening Tools helfen den Eltern, selbst einen Punkt zu erreichen, an dem es ihnen möglich ist, auf ihre Kinder zuzugehen.


Hier ein Erfahrungsbericht:


Patty Wipfler erinnert sich an die Arbeit mit dem Elternteil eines Adoptivkindes, das in den ersten Jahren so gut wie keinen Kontakt zu seinen Bezugspersonen hatte. Seine daraus resultierenden Ängste äußerten sich in Aggression und extremer Trennungsangst, was für die Mutter eine große Herausforderung darstellte.
"Niemand durfte das Haus besuchen. Wenn eine neue Person die Familie besuchte, schrie ihr Sohn aus Leibeskräften, bis diese Person wegging", sagt Patty. Die Schule war ein Minenfeld, und er klammerte sich drei Monate lang an seine Mutter, während sie mit ihm im Klassenzimmer saß. Jeden Tag kam er aufgelöst, voller Wut und in Verteidigungshaltung nach Hause und klagte und weinte.


Patty führte viele Listening Sessions mit der Mutter durch, die einen entscheidenden Einfluss auf die Heilung hatten. "Ich hörte ihr zu, als sie über ihr eigenes tiefes Trauma und die Bindungsstörung in ihrem eigenen Leben sprach, die sich als ziemlich schwerwiegend herausstellte. Es kam ein Wendepunkt für die Mutter. Sie berührte während dieser Listening Time einen Bereich, den es ihr nie zuvor gelungen war, zu erreichen. Eines Nachmittags schluchzte sie und schluchzte und schluchzte", sagt Patty.


Später an diesem Tag, als ihr Sohn von der Schule zurückkam, konnte die Mutter einen Unterschied spüren, bei sich selbst als auch bei ihrem Kind. Sie war in der Lage, präsenter zu sein und ihre Liebe offener und inniger zu zeigen. Sie spürte im Gegenzug eine neue Reaktion bei ihrem Sohn. "Sie sagte, sie konnte spüren, das sie nun ein Team waren", sagt Patty. Sie waren nicht mehr zwei einsame „Einzelkämpfer“, sondern arbeiteten nun gemeinsam an dem Projekt.


"Es entstand ein neues gegenseitiges Verstehen. Nachdem die Mutter – durch die Listening Time – emotionale Entlastung hatte finden können, konnte sie ihren Sohn noch besser unterstützen", sagt Patty. Schon bald war nun auch ihr Sohn in der Lage, große Emotionen zuzulassen und fand Entlastung und das gesamte Leben wurde unbeschwerter.


Die Hand in Hand Tools, erweisen sich als eine sehr wertvolle Ressource bei der Unterstützung komplexer Traumata. Der Schlüsselfaktor liegt nicht so sehr darin, sie anzupassen, sondern darin, sie vollständig anzunehmen und zu verinnerlichen. Das bezieht sich auf alle, die darin eingebunden sind, die Genesung des Kindes zu fördern. Es geht darum, vermehrt Hilfe und Unterstützung zu geben. Wenn Eltern und andere Bezugspersonen in der Lage sind, emotional gut für sich selbst zu sorgen, sind sie in der Lage mit neuer Energie und neuer Perspektive zum Kind zurückzukehren und ihm zu helfen. 


Der Schlüssel liegt darin, beiden Seiten, sowohl den Eltern als auch dem Kind die notwendige Unterstützung zu geben.